Mein Ansatz

Wie ich Psychotherapie verstehe

Mein wichtigstes Anliegen und die Grundlage jeder weiteren therapeutischen Intervention ist, Menschen dabei zu helfen, sich selbst besser zu verstehen und das Verhalten anderer Menschen, soweit es seriös möglich ist, für sich einzuordnen.

Dabei geht es um die eigene Person, die eigene Geschichte und das jeweilige Umfeld. Der Erklärungsansatz darf nicht unwissenschaftlich werden. Aber es geht auch nicht um eine bestimmte Therapieschule, nicht um Rechthaben und nicht darum, eine vorgefertigte Theorie über einen Menschen zu bestätigen.

In meinen Augen muss man sich selbst zumindest besser verstehen, bevor Veränderung sinnvoll möglich wird. Manchmal verringert schon Erkenntnis erheblich den Leidensdruck. Selbsterkenntnis ist eine komplexe Aufgabe, auf die wir im Leben wenig vorbereitet werden.

Ich reduziere Menschen nicht auf Diagnosen und Störungsbilder. Diagnostik gehört zur heilkundlichen Psychotherapie. In der konkreten Arbeit denke ich aber vor allem in Biographien, Persönlichkeiten, Bewältigungsmechanismen und den zwischenmenschlichen Dynamiken, die Probleme aufrechterhalten.

Ich habe täglich mit Menschen und Strukturen zu tun, in denen Aggression, Wut, Trauer, Scham, Manipulation und Macht eine große Rolle spielen. All das begegnet einem im Gefängnis besonders eindrücklich. Aber es ist überall zu finden: in Betrieben, in Familien und schließlich in jedem einzelnen von uns, auch wenn wir „mit uns allein sind“.

Ich habe einen sachlichen, direkten und analytischen Arbeitsansatz. Ich möchte Ihnen helfen, Muster zu erkennen, die Sie prägen, ohne dass diese Ihnen möglicherweise vollkommen bewusst sind. Häufig geht es zunächst darum, scheinbar komplexe Angelegenheiten auf ein sachliches Maß herunterzubrechen. Licht ins Dunkel zu bringen. Etwas Ordnung in das Chaos.

Wenn eine vertrauensvolle therapeutische Grundlage entstanden ist, geht es nicht mehr nur darum, über frühere Erfahrungen zu sprechen. Dann kann es notwendig werden, sich alten Verletzungen emotional noch einmal zuzuwenden. Nicht allein wie damals, sondern als erwachsener Mensch, mit therapeutischer Unterstützung. Wenn Erkenntnis die Tür für neue positive emotionale Lernerfahrungen öffnet, dann passiert, was echte Heilung genannt werden kann, und mehr ist als eine Abwesenheit von Symptomen.

Was Psychotherapie für mich bedeutet

Psychotherapie bedeutet für mich, gemeinsam zu verstehen, wie ein Mensch geworden ist, wie er heute fühlt, denkt und reagiert und warum bestimmte Muster wiederkehren, obwohl sie Leid erzeugen.

Es geht um konstruktive Analyse und Wissensvermittlung. Es geht aber auch darum, zu unterstützen oder gemeinsam zu schweigen. Am Ende soll eine gemeinsam definierte Veränderung stattfinden.

Viele Menschen entdecken erst in einer Psychotherapie Ressourcen und Fähigkeiten, die sie zuvor wenig beachtet oder geschätzt haben. Eine besonders heilsame Entwicklung kann darin liegen, über sich selbst lachen zu lernen und sich dabei dennoch ernst zu nehmen.

Jeder hat andere Bedürfnisse. Nach Möglichkeit bestimmt der Klient das Thema, den Schwerpunkt und das Tempo des therapeutischen Prozesses.

Der beste Therapeut ist letztlich das Leben. Ich verstehe meine Rolle in diesem Prozess als Vermittler.

Wenn Sie prüfen möchten, ob eine Zusammenarbeit fachlich und persönlich sinnvoll ist, können Sie mir eine Anfrage senden.